Das Glossar definiert die offizielle Terminologie der Antifragilitäts‑Architektur. Es wird versioniert, vom Disziplin‑Rat gepflegt und bildet die sprachliche Grundlage für Forschung, Diagnostik, Ausbildung und Architekturprozesse.
Es ist verbindlich für:
Alle Begriffe sind strukturell, nicht psychologisch.
6
Ein prozessuales Modell zur Implementierung von Belastbarkeit und Wachstum durch Stressoren.
A
Architektur
Die gestaltbare Struktur eines Systems: Rollen, Entscheidungswege, Stabilitätsmechanismen, Redundanzen, Puffer und Iterationslogiken.
Architektur‑Matrix
Modell zur Analyse und Gestaltung der strukturellen Elemente eines Systems (Rollen, Entscheidungen, Stabilität, Redundanz).
Architect
Professionelle Rolle, die Systeme gestaltet, Diagnostik durchführt und Blueprints entwickelt.
Audit‑Governance
Governance‑Prozess zur institutionellen Sicherung der Disziplin.
Prüft Modelltreue, Qualität, Lizenzfähigkeit und strukturelle Risiken.
B
Externer oder interner Druck, der Muster sichtbar macht und strukturelle Schwächen offenlegt.
Belastungsanalyse
Analyse der Reaktionen eines Systems unter Druck, um Muster, Engpässe und Stabilitätsfaktoren zu identifizieren.
Belastungsdesign
Gezielte Gestaltung von Belastungszyklen zur Entwicklung eines Systems und Grundlage für die Anwendung des Belastungszyklus.
Belastungszyklus
Modell: Belastung → Reaktion → Anpassung → Stabilisierung.
Blueprint
Struktureller Entwicklungsplan für ein System, basierend auf Diagnostik und Architekturprinzipien.
D
Diagnostik
Strukturelle Analyse eines Systems anhand von Mustern, Rollen, Entscheidungen und Stabilitätsmechanismen.
Destruktive Interferenz
Struktureller Zustand, in dem Belastung nicht mehr Erkenntnis erzeugt, sondern die Architektur destabilisiert.
Tritt auf, wenn automatische Muster strukturelle Muster vollständig verdrängen.
Disziplin‑Rat
Höchstes Organ der Governance, verantwortlich für Modellupdates, Standards und Versionierung.
E
Struktur, die definiert, wie Entscheidungen getroffen, delegiert und eskaliert werden.
Entscheidungs‑Knotenpunkt
Modell zur Analyse von Entscheidungspfaden und Engpässen.
Engpass
Strukturelles Element, das die Stabilität oder Entwicklung eines Systems limitiert.
Epistemische Grundlage
Die wissenschaftliche Basis der Disziplin: Struktur statt Person, Muster statt Verhalten, Architektur statt Interpretation.
F
Strukturelle Anfälligkeit eines Systems unter Belastung.
Fragilitätsdreieck
Modell zur Analyse von drei Fragilitätsdimensionen: strukturell, optional, reaktiv.
G
Governance
Institutionelle Struktur, die die Disziplin schützt, weiterentwickelt und standardisiert.
Governance‑Architect
Rolle, die Governance‑Prozesse steuert, Audits durchführt, Peer‑Review bewertet und MINOR‑Entscheidungen trifft.
Governance‑Evolution
Meta‑Struktur zur Weiterentwicklung der Disziplin (Versionierungs‑Logik 2.0).
Governance‑Prozessknoten
Einzelner Governance‑Prozess (Modelltreue, Veto, Qualität, Lizenz, Audit).
Governance‑Schleuse
Prüfpunkt zwischen Meta‑Struktur‑Stufen (Validität, Relevanz, epistemische Reinheit).
Governance‑Signal
Struktureller Hinweis aus Prozessen, Peer‑Reviews oder Meta‑Struktur.
I
Institute
Operative Einheiten der Disziplin, verantwortlich für Diagnostik, Ausbildung und Dokumentation.
Iteration
Wiederholter Entwicklungszyklus eines Systems.
Iterationslogik
Strukturelle Logik, die beschreibt, wie Systeme sich über Zyklen hinweg entwickeln.
K
Strukturelles Signal aus KI‑Systemen (Shadow‑AI‑Governance).
KI‑Abweichung
Strukturelle Abweichung eines KI‑Systems von der Modelltreue.
Komplexe Systeme
Systeme mit mehreren Rollen, Schnittstellen und Entscheidungsebenen.
L
Lastfall
Belastungssituation, die Muster sichtbar macht.
Lizenz‑Governance
Governance‑Prozess zur Sicherung der Lizenzfähigkeit.
Lizenzstatus
Aktueller Zertifizierungs‑ und Lizenzstand einer Rolle.
M
Master Architect
Höchste professionelle Rolle, verantwortlich für Forschung, Governance und Weiterentwicklung der Disziplin.
Modelltreue
Grad der Übereinstimmung mit der Methodik der Disziplin.
Modelltreue‑Governance
Governance‑Prozess zur Sicherung der Modelltreue.
Muster
Wiederkehrende strukturelle Reaktionen eines Systems unter Belastung.
P
Peer‑Review
Struktureller Governance‑Mechanismus zur Qualitätssicherung und Meta‑Struktur‑Datengewinnung.
Peer‑Review‑Bogen
Auditierbares Dokument eines Peer‑Reviews.
Peer‑Review‑Signal
Strukturelle Erkenntnis aus einem Peer‑Review.
Practitioner
Einstiegsrolle der Disziplin.
Practitioner‑Gremium
Meta‑Struktur‑Organ zur Mustererkennung und Datenverdichtung.
Puffer
Strukturelle Elemente, die Belastung abfangen und Stabilität erhöhen.
R
Redundanz
Mehrere Wege, Rollen oder Ressourcen, die Stabilität erhöhen und Abhängigkeiten reduzieren.
Rolle
Funktionale Position innerhalb eines Systems, definiert durch Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Entscheidungsbefugnisse und Schnittstellen. Rollen sind strukturelle Elemente, keine Eigenschaften von Personen.
S
Sandbox
Kontrollierte Umgebung für Variation und strukturelles Lernen.
Sandbox‑Cluster
Gruppierung von Sandbox‑Experimenten.
Sandbox‑Governance
Regelwerk für Variation, Experimente und strukturelles Lernen.
Senior Architect
Höchste professionelle Rolle der Disziplin mit epistemischer Entscheidungshoheit für Major Updates, Standards und institutionelle Stabilität.
Shadow‑AI
Nicht‑biologische Systeme, die Muster erkennen oder Inhalte generieren, jedoch keine epistemische Verantwortung tragen und ausschließlich strukturierte Indikatoren liefern.
Der Begriff umfasst zusätzlich jede Form nicht genehmigter, aber potenziell nützlicher KI‑Nutzung durch Menschen (vergleichbar mit „Shadow IT“).
Beide Formen werden durch die Shadow‑AI‑Diagnostik, das Amnestie‑Protokoll und die Blueprint‑Integration strukturell geprüft und in offizielle Prozesse überführt.
Shadow‑AI‑Governance
Strukturelle Kontrolle von KI‑Indikatoren, KI‑Abweichungen, KI‑Interventionen und nicht genehmigter KI‑Nutzung.
Ziel ist die Neutralisierung, Prüfung und Integration von Shadow‑AI in offizielle Governance‑Strukturen.
Shadow‑AI‑Blueprint
Methodisches Modell zur strukturellen Bewertung von KI‑Systemen und zur Integration nicht genehmigter KI‑Nutzung in offizielle Prozesse.
Der Blueprint definiert, wie Shadow‑AI unter Belastung geprüft, neutralisiert und in stabile Prozessarchitekturen überführt wird.
Stabilität
Fähigkeit eines Systems, unter Belastung funktionsfähig zu bleiben.
Stabilitätsmechanismen
Strukturelle Elemente, die Stabilität erzeugen (Puffer, Redundanzen, klare Rollen, Entscheidungswege) und Grundlage für die Entwicklung belastbarer Architektur.
Stasis‑Alarm
Warnsignal, das ausgelöst wird, wenn ein System formal der Entscheidungsarchitektur folgt, aber real stagniert.
Zeigt strukturelle Rigidität und fehlende Belastungsfähigkeit an.
Struktur
Das Zusammenspiel aller architektonischen Elemente eines Systems: Rollen, Muster, Entscheidungswege, Stabilitätsmechanismen, Redundanzen und Puffer. Struktur bestimmt Verhalten, nicht umgekehrt.
Qualitäts‑ und Sicherheitsstandard der Disziplin. Definiert strukturelle Warnmechanismen, die anzeigen, wann Architekturprozesse dysfunktional, überlastend oder rigide werden.
System
Ein Gefüge aus Rollen, Entscheidungen, Mustern und Strukturen.
Systemprofil
Diagnostisches Modell zur strukturellen Analyse eines Systems.
Systemreaktion
Beobachtbares Verhalten eines Systems unter Belastung. Systemreaktionen machen Muster, Engpässe und Stabilitätsmechanismen sichtbar und dienen als Grundlage für Diagnostik und Architekturarbeit.
T
Transition / Übergangssystem
System in Veränderung, dessen alte Struktur nicht mehr funktioniert und dessen neue Struktur noch nicht stabil ist.
V
Versionierung
Strukturiertes Verfahren zur Weiterentwicklung der Modelle und Standards der Disziplin.
Veto‑Signal
Struktureller Indikator, der anzeigt, dass ein Architekturprozess abgebrochen, angepasst oder revidiert werden muss. Veto‑Signale basieren ausschließlich auf Mustern, Pufferlogiken, Fragilitätsverläufen und Entscheidungsarchitekturen.
Z
Zertifizierungsrat
Organ der Governance, verantwortlich für Prüfungen, Qualitätssicherung und Akkreditierung.